Die Entscheidung zwischen Worx und Ryobi bei einem Rasentrimmer hängt nicht vom Datenblatt des Modells ab, sondern davon, welches Akkusystem bereits in der Garage vorhanden ist. Zwei Marken zu vergleichen, ohne das Akku-Ökosystem einzubeziehen, ist, als würde man zwei Motoren vergleichen, ohne auf den verfügbaren Kraftstoff zu achten.
Akkuplattform Worx PowerShare oder Ryobi ONE+: Kompatibilität und Bindung an ein System
Ryobi baut sein Gartensortiment rund um die 18-V-Plattform ONE+ auf, die mit mehr als 200 Werkzeugen kompatibel sein soll. Worx setzt auf das als 20 V ausgewiesene PowerShare-System, das sowohl Garten- als auch Heimwerkergeräte mit Energie versorgt. Die angegebenen Spannungen (18 V und 20 V) bedeuten keinen proportionalen Leistungsunterschied: Die tatsächliche Nennspannung der Lithium-Ionen-Zellen ist in beiden Fällen ähnlich.
Der entscheidende Punkt ist die herstellerspezifische Bindung. Die Hersteller dokumentieren keine direkte Kompatibilität zwischen Ryobi- und Worx-Akkus. Adapter von Drittanbietern sind zwar erhältlich, entsprechen aber nicht den offiziellen Spezifikationen und führen in der Regel zum Erlöschen der Garantie. Wer bereits Geräte mit Ryobi ONE+ besitzt, kann einen Ryobi-Rasentrimmer als „Solo“-Version (ohne Akku und Ladegerät) also ohne zusätzliche Einstiegskosten kaufen – und umgekehrt gilt dasselbe für Worx.
Bevor Sie die Modelle vergleichen, sollten Sie sich zunächst eine Frage stellen: Die Entscheidung für Worx oder Ryobi: Welche Marke ist die richtige? hängt in erster Linie davon ab, welche Akkus Sie bereits besitzen.

Schnittbreite und verfügbare Ausführungen: Ryobi bietet mehr Varianten
Ryobi bietet seine ONE+-Rasentrimmer mit verschiedenen Schnittbreiten an, darunter Modelle mit 23 cm und 33 cm. Dank dieser Auswahl lässt sich das Gerät an die Gartengröße anpassen: ein kompaktes Modell für Beeteinfassungen und ein breiteres Modell für die Pflege größerer Rasenflächen.
Worx konzentriert sich auf eine kleinere Auswahl an Modellen. Der Vorteil: Die Entscheidung fällt leichter. Der Nachteil: Die Schnittbreite lässt sich weniger flexibel an den tatsächlichen Bedarf anpassen.
Das ist nicht unwichtig. Ein Rasentrimmer mit 23 cm Schnittbreite ist in engen Bereichen (entlang einer niedrigen Mauer oder zwischen dicht stehenden Pflanzen) handlicher, während ein Modell mit 33 cm pro Durchgang mehr Fläche abdeckt. Die Wahl der Schnittbreite wirkt sich direkt auf den Zeitaufwand und die Ermüdung des Nutzers aus.
Die tatsächlichen Kosten eines Worx- oder Ryobi-Rasentrimmers: mehr als der angegebene Preis
Der Listenpreis eines Rasentrimmers erzählt nur einen Teil der Geschichte. Drei Kostenpunkte bestimmen die tatsächlichen Ausgaben über die gesamte Nutzungsdauer:
- Der Preis des Solo-Geräts oder des Sets: Ein Set enthält Akku und Ladegerät und ist daher teurer. Wenn Sie die Plattform bereits besitzen, sparen Sie mit dem Solo-Gerät erheblich.
- Die Verfügbarkeit von Verbrauchsmaterialien: Fadenspulen, Kunststoffmesser oder Nylonfaden. Ein einfaches Spulennachladesystem senkt die Wartungskosten und spart Zeit.
- Die Lebensdauer der Akkus: Ein Lithium-Ionen-Akku verliert nach und nach an Kapazität. Ob sich ein Ersatzakku direkt beim Hersteller zu einem angemessenen Preis kaufen lässt, wirkt sich auf die langfristigen Kosten aus. Ryobi betreibt einen offiziellen Ersatzteilshop.
Der Preis lässt sich nie allein am Anschaffungspreis festmachen. Die Nutzungskosten über drei bis fünf Jahre unterscheiden die beiden Marken deutlicher als der Kaufpreis.
Akkus und Ladegeräte: Vorsicht vor vermeintlichen Einsparungen
Ein separat gekaufter Ryobi-Lader mit 1,5 A ist eine zusätzliche Investition, wenn Sie noch keine Geräte aus dem ONE+-System besitzen. Dasselbe gilt für ein Worx-PowerShare-Ladegerät. Ein typischer Fehler ist, die Preise zweier Rasentrimmer-Sets zu vergleichen, obwohl man bereits eines der beiden Akkusysteme besitzt.

Ergonomie und Gewicht des Rasentrimmers: ein unterschätztes Kriterium
Bei Mäharbeiten, die länger als eine halbe Stunde dauern, machen das Gewicht des Geräts und die Balance des Griffs einen großen Unterschied. Ein zu schwerer oder schlecht ausbalancierter Rasentrimmer belastet Unterarm und Handgelenk, besonders wenn man sich entlang der Rasenkanten nach vorne beugt.
Worx hebt bei einigen Modellen verstellbare Zusatzgriffe hervor. Auch Ryobi bietet verstellbare Griffsysteme. Die Höhe des Teleskopgriffs bestimmt die Arbeitshaltung und sollte passend zur Körpergröße des Nutzers eingestellt werden.
Ein Punkt, der in technischen Datenblättern oft fehlt: die Gewichtsverteilung. Ein tief sitzender Motor und ein oben angebrachter Akku erzeugen ein anderes Kippmoment als eine umgekehrte Anordnung. Besonders beim Wechsel in den „Edger“-Modus (senkrechtes Schneiden entlang von Wegen) macht sich diese Unwucht bemerkbar, weil das Handgelenk ständig gegensteuern muss.
Worx oder Ryobi: Welche Marke passt zu welchem Gartentyp?
Beide Marken richten sich an dieselbe Zielgruppe im Heimwerkerbereich, unterscheiden sich aber in einem wichtigen Punkt:
- Ryobi setzt auf ein breites Sortiment. Mit mehreren Schnittbreiten und einem umfangreichen Ökosystem eignet sich die Marke für alle, die weitere Geräte derselben Plattform anschaffen möchten (Laubbläser, Heckenschere, Kettensäge).
- Worx setzt auf Einfachheit. Weniger Modelle, ein PowerShare-System für Garten- und Heimwerkergeräte und oft kompaktere Geräte. Die Marke eignet sich für alle, die ein einzelnes Gerät suchen und sich nicht durch ein umfangreiches Sortiment arbeiten möchten.
- Für einen kleineren Garten mit gepflegten Rasenkanten erfüllen beide Marken ihren Zweck. Entscheidend ist letztlich das bereits vorhandene Akkusystem.
Ein Rasentrimmer ist kein Einzelkauf. Er ist der Einstieg in ein herstellerspezifisches System, das die folgenden Anschaffungen beeinflusst. Wer sich heute für Worx oder Ryobi entscheidet, legt damit auch fest, auf welche Plattform die nächsten drei oder vier Gartengeräte ausgerichtet sein werden. Am sinnvollsten ist es, die Entscheidung auf Grundlage der Akkus zu treffen, die bereits vorhanden sind.



